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1. September 2011

Milliarden für Massentierhaltung und Tierfabriken


"Der grösste Posten im EU-Haushalt ist mit rund 40 Prozent oder knapp 60 Milliarden Euro der europäische Agrartopf. Über neun Milliarden davon stammen von deutschen Steuerzahlern. Zurück nach Deutschland fließen rund sechs Milliarden."[1]

"Nach Recherchen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ["Subventionen für industrielle Fleischerzeugnisse in Deutschland", August 2011][3] sind in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 jeweils über eine Milliarde Euro an Agrarsubventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen.

Pro Jahr wurden davon rund 950 Millionen für den Anbau von Futtermitteln für Mastschweine, Masthühner und Puten ausgegeben.

Der Bau großer Mastanlagen wurde im Jahr mit durchschnittlich etwa 80 Millionen Euro bezuschusst. Knapp 20 Millionen Euro gingen jährlich, meist in Form von Exportsubventionen, direkt an die zehn größten Schlachtfirmen."[2]

In der ausführlichen Recherche werden u.a. die TOP 10 der Empfänger bei den fleischverarbeitenden Industrien aufgezählt. "Hauptempfänger von Subventionen an Großschlachtereien waren das in Brandenburg ansässige Unternehmen "Doux Geflügel" mit 4,7 Millionen im Jahr 2008 und die nordrhein-westfälische "Tönnies Fleischwerk GmbH" mit 3,3 Millionen Euro in 2009."[2]

In Auswertung der Recherche kritisiert der BUND u.a.:

  • Die pauschale Vergabe der Subventionen würde der Umwelt schaden und die Wettbewerbsfähigkeit ökologisch und besonders tiergerecht produzierender Fleischerzeuger beeinträchtigen.
  • Die Überproduktion von Fleisch wird durch diese Vergabetechnik gefördert.
  • Die Massentierhaltung schade dem Klima und der Artenvielfalt und belaste durch Überdüngung die Gewässer und setzte Tiere unnötigen Leiden aus.
  • Durch diese Vergabe der Subventionen würden Konzentrationsprozesse bei Mast- und Schlachtbetrieben gefördert, womit Arbeitsplätze verloren gehen würden.

Der BUND fordert:

  • Die Subventionen für die Fleischindustrie müssen unverzüglichen gestoppt werden.
  • Agrarsubventionen müssen künftig an noch strengere Umwelt- und Tierschutzstandards gebunden werden, als sie derzeit in Deutschland gelten.

Weblinks und Quellen

Organisation, Vereine, Initiativen

[1] BUND Thema Agrarsubventionen umlenken
[2] BUND Pressemitteilung 29. August 2011
[3] BUND-Recherche "Subventionen für die intensive Geflügel- und Schweinehaltung in den Jahren 2008 und 2009" pdf
Im Anhang der Recherche sind alle grundlegenden Forderungen des BUND zur Reform der EU-Agrarpolitik nach 2013 zusammengefasst.

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